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WIR ZIEHEN UM...WIR SIND UMGEZOGEN!!


Für solche, die es noch nicht wissen, der Ausbruch von 6 anderen Gefangenen im November 1998 hat zu einer Untersuchung von den Texas Rangern und Gouverneur Bushs Büro geführt.
Es hatte zur Folge, dass das Arbeitsprogramm in Ellis-Unit unterbrochen wurde und dass eine große Debatte darüber begann, ob das alte Ellis-Gebäude noch sicher genug war, um dort Todestraktinsassen unterzubringen.

Ein Teil der Insassen wurde im Juni und ein weiterer Teil im November 1999 verlegt. Diese waren die mit einem "hohen Risiko". Nach Monaten der Spekulation, ob überhaupt und wann die restlichen Insassen von Ellis Unit nach Terrell Unit umziehen würden, wurden wir alle am 2. und 3. März verlegt.

Der Abend vor dem Umzug begann damit, dass ein Polizeibeamter Säcke , für jeden 2, verteilte und uns 2 Stunden Zeit zum Packen unserer Sachen gab. Es war unmöglich, den Besitz von 13 Jahren in 2 Säcke zu stecken. Deshalb musste ich Dinge, wie Bücher, Kataloge und andere, an denen mein Herz nicht so stark hing, zurücklassen.

Am nächsten Morgen wurden uns Handschellen angelegt und wir wurden aus unseren Zellen geführt. Bevor wir nach hinten geführt wurden, wo drei Busse auf uns warteten, mussten wir durch eine Reihe von Polizisten, vor denen wir uns nackt ausziehen mussten und die uns untersuchten. An uns wurden dann ärmellose Overalls ( keine Boxershorts) und Stoffpantoffeln ausgeteilt. Ich habe mein Paar verpasst, deshalb musste ich barfuss gehen.

Ich wurde zu einer anderen Gruppe von Beamten gebracht, die mir zuerst Handschellen anlegten. Ich musste mich auf den Boden setzen und wurde dort an den Füssen gefesselt. Mir blieb so wenig Bewegungsspielraum, dass ich nur gebückt gehen konnte. Genau das geschah, nachdem mir ein Beamter hoch geholfen hatte. Ich musste zum Bus watscheln und konnte nur das sehen, was direkt vor meinen Füßen war, weil ich nicht aufrecht gehen konnte.

Anm. des Übersetzers:
Die Handschellen wurden im Gegensatz zu sonst vor dem Körper angelegt. Anschließend wurden James die Füße gefesselt und eine Kette als Verbindung zwischen Fuß- und Handschellen angelegt. Dadurch musste er in gebückter Haltung verharren.

Als ich zu den Stufen am Bus kam, bemerkte ich, dass ich für die erste Stufe hüpfen musste, denn die Polizeibeamten halfen nur den sehr alten Insassen und nicht den gelenkigeren von uns. Ich ging in den hinteren Teil des Busses, wo schon andere wartend mit gemischten Gefühlen wie Angst, Wut, Beklemmung, fast hysterischen Anfällen und mit nervösem Lachen , saßen. Einige saßen ruhig da und ertrugen das, was sie nicht ändern konnten. Ich war einer von ihnen.

Nachdem alle drei Busse besetzt waren, machten wir uns auf den Weg, eskortiert vom Department zur öffentlichen Sicherheit, den Texas Rangern, verschiedenen TDCJ Beamten, und natürlich der Presse. Außerdem hatten wir eine Hubschraubereskorte.

Als wir unseren Treck von Huntsville begannen, wurden alle Straßen in unserer Nähe gesperrt. Der Trip dauerte ungefähr vierzig Minuten. Fast alles habe ich nur ungenau wahrgenommen, weil ich nur gebückt sitzen konnte und mit Ketten beladen war. Die beeindruckendste Sache, an die ich mich erinnern kann, war die Größe vom See Livingston und ich betete im Stillen, dass der Fahrer nicht Kamikaze ins Wasser begehen würde.

Als wir an dem neuen Komplex - unserem neuen Zuhause- ankamen, hörte ich Rufe wie :"Mensch, wie ist der riesig!" oder" Er sieht wie diese neuen Schulen aus" oder " Was'n das?" Persönlich sah ich kein Zeichen von Leben. Keine Insassen, wie in Ellis, die sich die Stirn in der heißen Sonne abwischten, während sie die Landschaft betrachteten. Keine verschwitzten Insassen, die ihr Basketballspiel unterbrachen, um neugierig die Neuen zu betrachten. Als sich die Busschlange durch den Gefängnishof manövriert hatte, sahen wir, wo alle waren; sowieso nur Polizisten.

Die Anmeldestation war für uns unter einem Blechvordach eingerichtet worden. Als wir aus den Bussen ausgestiegen waren, wurden unsere Ketten gelöst, so dass wir endlich aufrecht stehen konnten, Handschellen an der richtigen Stelle, wurden wir zu einer anderen Gruppe gebracht, wo wir wieder unsere Overalls ausziehen mussten (sie gehörten Ellis Unit und mussten zurückgegeben werden). Uns wurden schlecht sitzende Boxershorts und Socken gegeben. Nachdem unsere Namen auf einem Plan überprüft worden waren, wurden wir schnell zu unseren neuen Zellen geführt.

Als die Tür hinter mir zuschlug, brauchte ich nur Sekunden, um mich in meiner Zelle ( 2m x 3m) auszukennen. Sie enthält eine Pritsche mit einem Fach darunter, einen Tisch mit einem weiteren Fach darüber, und eine Kombination aus Waschbecken und Toilette. Ein schmaler Schlitz ( 8cm x 90cm) als Fenster gab mir den einzigen Sonnenstrahl, den ich für die nächste Zeit sehen werde.

Ich wurde aus meiner Erstarrung gerissen, als mir der Polizist sagte, dass ich mich umdrehen, niederknien und meine mit Handschellen gefesselten Hände durch den "Bohnenschlitz" ( ein Schlitz in der Tür, um die Tabletts durchzuschieben...in alten Zeiten gab es nur Brot und Bohnen...deshalb Bohnenschlitz) schieben sollte, damit er mir die Handschellen abnehmen konnte. Ich stand dort in meinen ausgebeulten Boxershorts und Socken und wartete, dass mir jemand einen Satz Kleidung oder einen Overall gab, aber keiner kam. Ich beobachtete, wie andere zu ihren jeweiligen Zellen gebracht wurden. Ich versuchte zu sehen, wo sie meine Freunde unterbrachten. Es war alles ruhig. Ich vermute, dass jeder erst mit der Situation fertig werden musste.

Es hat sich seit dem Tag nicht viel geändert. Wir sind immer noch 23 Stunden am Tag eingesperrt. Wir haben die Möglichkeit, für eine Stunde am Tag die Zelle zur Erholung zu verlassen, aber die meisten kümmern sich nicht drum " weil man nur in den Tagesraum gehen kann, was sie "Außenerholung allein für sich selbst" nennen. Es gibt keinen physischen Kontakt zu einem anderen Insassen. Außenerholung wird in einem Tagesraum gemacht, dem das Dach fehlt. Du kannst nur nach oben sehen und siehst den Himmel."

Auf dem Bild sieht man einen Tagesraum von einem der Trakte. Der Beamte im Vordergrund steht vor einer offenen Zelltür. Die mit Scharnieren versehene Vorrichtung links unten im Bild ist der Bohnenschlitz. Jedes Mal, wenn wir unsere Zellen verlassen, müssen wir uns umdrehen, niederknien und unsere Handgelenke durch den Bohnenschlitz stecken, damit uns Handschellen angelegt werden können.

Die Plexiglasverkleidung an der Vorderseite der Zelle (damit kein Urin und kein Kot auf die Beamten geworfen werden kann) verhindert jede Unterhaltung. Ich bin in einem Trakt, dessen Türen nicht so geschützt sind, so dass ich eine Unterhaltung bis zu einem gewissen Grade führen kann. Aber nur bis dorthin gehen meine Erleichterungen.

Ich bin noch immer 23 Stunden am Tag eingesperrt. Es gibt kein Fernsehen, keine Erholung in der Gruppe, kein Arbeitsprogramm, das Kunst- und Handwerksprogramm ist noch immer ausgesetzt und obendrein wurde mein Word Prozessor während des Umzugs beschädigt ( für den sie nicht die Verantwortung übernehmen wollen), so dass ich zur Zeit nicht mehr für Veröffentlichungen schreiben kann.

Anm. des Übersetzers:
Der "word processor" ist eine elektrische Schreibmaschine, die ein kleines Display hat und einen Speicher für Adressen.

Ihr kennt mich gut genug um zu wissen, dass ich mich selten beklage. Ich habe versucht, die meisten Eurer Fragen zu beantworten, weil dies alles für mich und für Euch neu war und ihr wissen wolltet, wie es mir geht und wie es hier ist. Ich bleibe bei meiner ersten Aussage, dass Menschen nicht so leben dürfen.

Traurigerweise gab es 2 Selbstmordversuche. Die Männer werden einsiedlerisch und introvertiert. Einige schlafen die meiste Zeit des Tages, sind teilnahmslos und verschroben. Nicht jeder hat wie ich die Fähigkeit, Dinge in seiner Zelle zu finden, mit denen er sich beschäftigen kann. Ich bedanke mich bei all denen, die mir Bücher geschickt, mir die Mitgliedschaft in einem Buchclub ermöglicht und mir Puzzles geschickt haben, sehr herzlich. Ich bin den beiden sehr dankbar, die mir Geld an den Trust Fund überwiesen haben, weil das Essen hier wie eingeschlafene Füße schmeckt!

Aber Ihr kennt mich, ich nehme das, was ich kriegen kann und mache das beste daraus. Ich bin ein ewiger Optimist und " ein Optimist ist der, der das beste aus etwas macht, auch wenn er das Schlechteste bekommt."

Ich habe jetzt, wegen der fehlenden Ablenkung, die einzigartige Gelegenheit mehr zu schaffen als vorher. Ohne das Fernsehen komme ich mehr zum Lesen. Ich habe während der letzten drei Monate mehr Bücher gelesen als in den drei letzten Jahren.

Ich hoffe, dass ich bald eine E - Mail - Adresse haben werde, damit Ihr von Übersee, die Ihr mich in dringenden Fällen schnell erreichen müsst, es dann auch könnt. Ich hoffe, dass ich auch bald eine Webseite einrichtet kann. Wer will mein Webmaster sein? Schreibt mir für die neue Kartenserie!

Auch andere nutzen die Vorteile dieser Zeit. Ich habe das Privileg, einigen der Jüngeren (sie sind wirklich jung - einige sind erst 19 oder 20), bei der Werbung für ihre Kunst und schriftstellerischen Werken und beim Einrichten von Fonds für die Verteidigung zu helfen.

Das Wichtigste ist natürlich, dass ich mehr Zeit mit denen von Euch verbringen konnte, denen ich regelmäßig schreibe. Ihr werdet sicherlich müde von meinen handgeschriebenen Briefen sein, aber Eure Freundschaft und Liebe ist unbezahlbar. Ihr seid meine Therapeuten ( bitte, schickt mir keine Rechnungen!) und ich bin jedem von Euch sehr dankbar. Danke.

Einige von Euren Briefen können zurückgekommen oder von Ellis nicht weitergeleitet worden sein, und einigen habe ich seit dem Umzug noch nicht wieder geschrieben. Zur Aufklärung schreibt bitte an:

  James V. Allridge III # 870
  Polunsky Unit
  3872 F.M. 350 South
  Livingston, TX 77351